Videokonferenzen gehören seit 2020 zum Arbeitsalltag. Doch die beliebtesten Plattformen – Zoom, Microsoft Teams, Google Meet – stehen in der Kritik: Datenschutzbedenken, intransparente Datenverarbeitung und die Abhängigkeit von US-Anbietern sind für viele Unternehmen ein wachsendes Problem.

Wenn Sie nach einer Videokonferenzlösung suchen, die DSGVO-konform ist und auf Ihrer eigenen Infrastruktur läuft, finden Sie hier die wichtigsten Optionen.

Warum Zoom und Teams problematisch sein können

Datenverarbeitung in der Cloud

Zoom und Microsoft Teams verarbeiten Video- und Audiostreams über Server in den USA. Metadaten – wer mit wem wann wie lange gesprochen hat – werden ebenfalls erfasst und gespeichert. Bei vertraulichen Gesprächen – Personalentscheidungen, Vertragsverhandlungen, Mandantengespräche – ist das ein reales Risiko.

Intransparente Nutzungsbedingungen

Die Datenschutzrichtlinien der großen Anbieter sind komplex und ändern sich regelmäßig. Zoom sorgte in der Vergangenheit für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass Gesprächsdaten für das Training von KI-Modellen verwendet werden sollten. Auch wenn das nach öffentlichem Druck zurückgenommen wurde, zeigt es die grundsätzliche Problematik: Sie haben keine Kontrolle darüber, was mit Ihren Kommunikationsdaten geschieht.

DSGVO-konforme Alternativen

Jitsi Meet: Einfach, sicher, bewährt

Jitsi Meet ist die bekannteste Open-Source-Videokonferenzlösung. Die Software zeichnet sich durch besondere Einfachheit aus: Keine Registrierung nötig – Teilnehmer treten über einen Link bei. Die Oberfläche ist intuitiv und erfordert keine Erklärung. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt die Gespräche. Bildschirmfreigabe, Chat und Aufzeichnung sind integriert. Die Software läuft auf Ihrem eigenen Server und wird von einer aktiven Community stetig weiterentwickelt.

Jitsi ist ideal für Unternehmen, die eine unkomplizierte, sichere Videokonferenzlösung suchen – ohne den Overhead einer kompletten Kollaborationsplattform.

BigBlueButton: Für Schulungen und Präsentationen

BigBlueButton wurde ursprünglich für den Bildungsbereich entwickelt und zeichnet sich durch besondere Stärken bei Präsentationen und Schulungen aus. Integriertes Whiteboard, Umfragen, Breakout-Räume und eine Präsentationsansicht machen BigBlueButton zur ersten Wahl für Webinare und interne Schulungen. Auch BigBlueButton ist Open Source und lässt sich selbst hosten.

Nextcloud Talk: Integration in die Arbeitsumgebung

Für Unternehmen, die bereits Nextcloud nutzen, bietet Nextcloud Talk eine nahtlos integrierte Lösung. Videokonferenzen starten direkt aus der Nextcloud-Oberfläche, Dateien können im Gespräch geteilt werden, Chat-Nachrichten bleiben dauerhaft verfügbar. Der Vorteil liegt in der Integration: Alles findet auf einer Plattform statt, unter einer Verwaltung, auf einem Server.

Element (Matrix): Für kontinuierliche Kommunikation

Element kombiniert Chat mit Videokonferenzen und eignet sich besonders für Teams, die kontinuierlich kommunizieren – nicht nur in geplanten Meetings. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist standardmäßig aktiviert. Element wird von der Bundeswehr und mehreren europäischen Behörden für die interne Kommunikation eingesetzt.

Technische Anforderungen

Serverkapazität

Videokonferenzen sind ressourcenintensiv. Für ein Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern und gleichzeitig maximal 10-15 Teilnehmern in einer Konferenz reicht ein leistungsfähiger virtueller Server. Für größere Konferenzen oder Webinare empfiehlt sich ein dedizierter Server oder ein Cluster-Setup.

Netzwerkqualität

Die Qualität von Videokonferenzen hängt maßgeblich von der Netzwerkverbindung ab. Bei einem selbst gehosteten System in einem deutschen Rechenzentrum profitieren Sie von der exzellenten Netzwerkanbindung – in der Regel deutlich besser als bei Diensten, die Daten um die halbe Welt leiten.

Bandbreite

Pro Teilnehmer sollten Sie mit etwa 2-4 Mbit/s für HD-Video rechnen. Bei einem professionellen Hosting-Setup ist das in der Regel kein Problem. Für die Teilnehmer im Homeoffice oder unterwegs gelten die gleichen Anforderungen wie bei Zoom oder Teams.

Vergleich: Was leisten die Alternativen?

In Sachen Videoqualität stehen alle genannten Lösungen den kommerziellen Anbietern in nichts nach. HD-Video, adaptive Bitraten und Echo-Unterdrückung sind bei Jitsi, BigBlueButton und Nextcloud Talk Standard.

Bei der Teilnehmerzahl gilt: Für typische Meetings (5-20 Teilnehmer) sind alle Lösungen bestens geeignet. Für Webinare mit 50+ Teilnehmern ist BigBlueButton die erste Wahl.

Mobile Nutzung ist bei allen Lösungen möglich. Jitsi und Nextcloud Talk bieten native Apps, BigBlueButton funktioniert über den mobilen Browser.

Aufzeichnung ist bei Jitsi, BigBlueButton und Nextcloud Talk möglich – die Aufnahmen bleiben auf Ihrem Server und werden nicht an Dritte übertragen.

Migration von Zoom oder Teams

Der Wechsel ist unkomplizierter als bei anderen Microsoft-Produkten, da Videokonferenzen kaum historische Daten mitbringen. Es gibt keine „alten Meetings", die migriert werden müssen. Der Umstieg besteht im Wesentlichen aus drei Schritten: Die neue Lösung einrichten und testen. Den Mitarbeitern die neue Lösung vorstellen – eine 10-minütige Einführung reicht in der Regel. Und ab einem definierten Stichtag alle internen Meetings auf der neuen Plattform durchführen.

Für externe Meetings – mit Kunden oder Partnern – ist Jitsi besonders praktisch: Externe Teilnehmer brauchen keine Software zu installieren und keine Konten anzulegen. Ein Klick auf den Link genügt.

Fazit: Vertrauliche Gespräche gehören auf eigene Server

Videokonferenzen enthalten per Definition vertrauliche Informationen – ob Strategiegespräche, Personalrunden oder Mandantenberatungen. Diese Daten sollten nicht auf den Servern eines US-Konzerns liegen.

Die Open-Source-Alternativen sind technisch ausgereift, einfach zu bedienen und in der Praxis bewährt. Der Umstieg ist mit minimalem Aufwand machbar.

Bereit für sichere Videokonferenzen? NexaStack richtet Ihre Lösung ein – ob Jitsi, BigBlueButton oder Nextcloud Talk.